Entscheidungsfindung

Zum Umgang miteinander gehören Respekt und Toleranz. Insgesamt wollen wir mit möglichst wenig Regeln auskommen, indem wir daran arbeiten, die Gemeinschaft zu verbessern. Zum Umgang gehört auch das Verhältnis zur Gruppe als Ganzer – die Gruppe kann in diesem Sinne auch als eigene Person betrachtet werden. In der Gruppe können wir voneinander lernen und aneinander wachsen. Ganz bewusst wollen wir den alltäglichen Umgang, der auch seine Konflikte und Reibungspunkte mit sich bringen wird, zur Persönlichkeitsentwicklung nutzen und Diskussionen nicht als lästige Begleiterscheinung sehen, sondern als Chance, daran persönlich zu reifen.

Belange des gemeinsamen Lebens sollen im Konsens entschieden werden. Wir wollen damit über gewöhnliche demokratische Entscheidungsprozesse hinausgehen, bei denen die jeweils überstimmte Minderheit jeden weiteren Einfluss verliert. Uns ist bewusst, dass die Entscheidungsfindung im Konsens eine Herausforderung darstellt und es notwendig ist, sich die Grundlagen dafür in der Gruppe gezielt und fortwährend zu erarbeiten. Uns schwebt eher eine „Group of all Leaders“ vor, die alle Aspekte eines Themas so genau betrachtet, bis eine Konsensentscheidung aller Beteiligten getroffen werden kann. Diese Konsensentscheidung wird dann von allen aus Überzeugung mitgetragen und beinhaltet Verständnis für alle Positionen in der Gruppe. Jeder Einzelne soll sein Wissen und seine Erfahrungen einbringen, so dass der Gruppe als Ganzes des bestmögliche Wissen und die notwendige Einsicht zu Verfügung stehen, um sinnvolle Lösungen zu finden.

Zu den Voraussetzungen, die Gruppen zu dieser Art von Konsensfindung befähigen, gehört die Bereitschaft des Einzelnen, seine eigene Motivation genau zu prüfen und rein egozentrische Wünsche zurückzustellen – zugunsten einer Entscheidung, die für die Lösung eines anstehenden Problems am sinnvollsten ist und den Bedürfnissen der ganzen Gruppe am ehesten gerecht wird. Eine wichtige Voraussetzung hierfür besteht in der Bereitschaft des Einzelnen, in einen Prozess der persönlichen Selbsterkenntnis einzusteigen und sich darin gegenseitig zu unterstützen. Dazu gehört eine Kultur der Offenheit im Umgang miteinander, in der sich jeder frei fühlt, sich ohne Angst auszudrücken.

(siehe Anhang: Konsensentscheidungen).

>> Reflektierte Spiritualität

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