Kulturkreative

Die Beschreibung der Gruppe der “Kulturkreativen” aus der Zeitschrift Oya spricht uns an. Diese Gruppe wird in der Zeitschrift Oya beschrieben als “Menschen, die anders denken und anders leben, die es wirklich ernst meinen mit einem gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen, lebensfördernden Kultur. Jenseits der konventionellen Konsumkultur suchen sie nach Möglichkeiten, ihr Leben sinnvoll und ökologisch zu gestalten.”

Entsprechend den Untersuchungen des amerikanischen Soziologen Paul H. Ray sind die Kulturkreativen

→ an Selbstverwirklichung, Selbstentwicklung und persönlicher Entfaltung interessiert,
→ wertschätzen und pflegen vielfältige Beziehungen,
→ vertreten in ihrem Wirkungsbereich holistische und kreative Werte,
→ engagieren sich für übergeordnete (gemeinsinnorientierte) Ziele,
→ streben eine ökologische, gesunde und nachhaltige Lebensweise an,
→ nehmen engagiert Anteil an der Welt, am Ganzen,
→ sind offen und lernbereit gegenüber fremden Kulturen,
→ bemühen sich um eine reflektierte Spiritualität,
→ erfahren sich als zu verantwortungsbewusster Partizipation aufgerufene Mitgestalter der Zukunft des ganzen Planeten.

Eine differenzierte Betrachtung der gesellschaftlichen Größe der Kulturkreativen ergibt nach Paul H. Ray folgendes Bild:

(1) Latenzphase – Menschen erleben sich in einer (persönlichen oder globalen) Krise und erkennen, dass es so nicht mehr weitergeht; man fühlt sich dem Mainstream nicht mehr zugehörig: rund 16 Millionen Erwachsene in Deutschland;
(2) Phase der Neuorientierung – man sucht neue Werte und probiert neue Lebenshaltungen aus, erschließt sich neue Informationsquellen und Freundeskreise: rund 3,5 Millionen Erwachsene in Deutschland;
(3) ein neues Verhalten ist eingeübt worden – nicht nur der Einkauf im Bioladen ist zur Lebenspraxis geworden, man engagiert sich darüber hinaus in einer Community für soziale oder ökologische Ziele: rund 500 000 Erwachsene in Deutschland;
(4) Integration und Authentizität – man ist Träger und Präger der kulturkreativen Bewegung (Core Group): rund 20 000 Erwachsene in Deutschland.

Paul H. Ray, Autor der oben angesprochenen Studie, schildert seine Wahrnehmung der von ihm so genannten Kulturkreativen in einem Artikel mit dem Titel Evolution der integralen Kultur.

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